Herzoperation ist gelungen

Etwas später als erwartet melde ich mich mit einem ersten Bericht nach der Operation am Dienstag, den 10. September. Gegen 11:00 Uhr bekam ich eine Beruhigungsspritze, danach war ich noch eine Zeit lang wach und hing meinen Gedanken nach, irgendwann bin ich wohl eingeschlafen und meine nächste Erinnerung – sehr unscharf – sind mehrere Krankenpfleger an meinem Bett, die versuchen, mich zu beruhigen. Dazwischen lag dann die Operation, die ab 14 Uhr etwa 4 Stunden gedauert hat, und bei der mein Körper bis auf 25°C abgekühlt wurde, damit der Ersatz der Aorta bei stehendem Blutkreislauf ohne Schäden durchgeführt werden konnte. Die erste klare Erinnerung ist der Besuch von Mifang am späten Vormittag des 11.9. auf der Intensivstation. Zum Mittagessen konnte ich sogar schon ein paar Salatblätter essen. Schmerzen waren eigentlich nie ein Thema, dafür sorgt schon das auf der Intensivstation gespritzte gute Morphium. Am 12.9. wurde ich schon auf die Normalstation zurückverlegt. Beim ersten Wiegen bin ich erschrocken, dass mein Gewicht von 75 auf 81 kg angestiegen war, was durch Wasser in den Beinen, in der Lunge und sonstwo verursacht wurde. In der Reha wiege ich seit einer Woche übrigens nur noch zwischen 71 und 72 kg.

Am Freitag, den 13.9., bekam ich zunehmend Atemnot, dann auch noch eine Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern). Erst mal wurde hinter dem linken Lungenflügel punktiert und  800 ml Wasser rausgezogen, trotzdem konnte ich immer schlechter atmen. Panik ist sicher ein schlechter Ratgeber, trotzdem verfiel ich in Hyperventilation und war wohl nicht weit davon entfernt, das Bewustsein zu verlieren. Schließlich wurde ich auf die Intensivstation zurückverlegt. Da die Rhythmusstörung nicht auf Medikamente (beta-Blocker) regierte, musste der Herzrhythmus unter Narkose mit einem Stromstoß normalisiert werden (Kardioversion). Da so etwas nach Herzoperationen häufiger vorkommt, werden bei der Operation schon Schrittmacherelektroden fest verlegt und die Drähte durch die Haut nach außen geführt. Ich selbst habe die Verlegung auf die Intensivstation allerding nicht mehr mitbekommen, meine nächste Erinnerung ist, dass ich am nächsten Morgen (14.9.) gegen 4 Uhr etwas desorientiert aufgewacht bin.

Am Sonntag, den 15.9., gab es leider ein paar schlechte Nachrichten. Leber und Niere sind durch Sauerstoffmangel etwas „beleidigt“ und außerdem hatte ich eine verdickte und entzündete Gallenblase. Die sollte dann eigentlich noch am Sonntag operativ entfernt werden, aber glücklicherweise entschied der Arzt, es erst einmal mit Antibiotikum-Infusionen zu probieren. Die haben dann auch gewirkt, so dass ich die Gallenblase auch heute noch mein eigen nennen darf.

Am 16.9. bin ich wieder zurück auf die Normalstation (wobei ich mich auf der Intensivstation deutlich besser aufgehoben fühlte). In den nächsten Tagen ging es dann noch etwas auf und ab, unter anderem ein schlecht vertragenes Schlafmittel und erneute Rhythmusstörungen, aber am 18.9. konnte ich das Krankenzimmer erstmals auf eigenen Beinen kurz verlassen und einen „Spaziergang“ durch die Station machen. Am nächsten Tag habe ich es schon bis in die Cafeteria geschaft, und noch einen Tag später bis in den Garten. Auch zum ersten Mal wieder Duschen war ein echtes Highlight. Am Samstag, den 21.9., wurde ich aus dem Krankenhaus in die Reha entlassen, über die ich noch separat schreiben werde.

Herzlich bedanken möchte ich mich bei Prof. Dr. Eckstein und dem Operationsteam für das (auch nach Aussage des Arztes in der Reha) sehr gute Ergebnis der Operation und dem Team auf der Intensivstation der Herzchirurgie für die exzellente Betreuung und außerordentliche Freundlichkeit; ich habe mich dort sehr wohlgefühlt.

 

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